TRACK 25 – PFLEGELAND

TRACK 25 – PFLEGELAND

Rap,progressive,Emotional,Dark,Melancholic,Strings,male,Female Chorus/Hook,Gospel Choirs,Medium

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Lyrics

[Intro] Pflege. Das Fundament einer Gesellschaft. Zweihunderttausend Pflegekräfte fehlen. In Deutschland. Heute. Seit zweitausendzwanzig über achtzig Krankenhäuser geschlossen. Die Krankenschwester verdient zweitausendsechshundert netto. Für Wechselschichten, Wochenende, Leben retten. Und der Berater bei McKinsey der den Krankenhausplan schreibt verdient das Zehnfache. Die Pflege stirbt. Und mit ihr die Menschen die auf sie angewiesen sind. [Verse 1] Zweihunderttausend Pflegekräfte fehlen, die Zahl wächst jedes Jahr und jede Nacht, Eine Schwester auf zwanzig Patienten, das ist keine Pflege das ist Aufsicht ohne Macht, Doppelschichten, sechzehn Stunden, Ruf mich an wenn du krank bist, ich komm trotzdem rein, Weil wenn ich nicht komme liegt die Station brach und der Patient stirbt nicht allein. Zweitausendsechshundert netto, das ist das Gehalt für einen Beruf der Leben rettet jeden Tag, Der Inflüncer der Lippenstifte testet verdient das Dreifache, und die Gesellschaft sagt kein Wort, kein Schlag, Die Ausbildungsabbruchquote bei dreißig Prozent, jeder dritte geht bevor er fertig ist, Weil die Realität der Pflege brutal ist und kein Werbefilm das zeigt was wirklich ist. [Verse 2] Seit zweitausendzwanzig über achtzig Krankenhäuser geschlossen, ländlicher Raum zürst, Die Geburtstation macht zu, die Notaufnahme eine Stunde Fahrt, und wenn das Herz zerberst, Dann entscheidet die Distanz zum nächsten Klinikum ob du lebst oder ob du stirbst, Das ist keine Statistik, das ist der Rentner in Mecklenburg der die Rettung nicht mehr erlebt. Lauterbachs Krankenhausreform, die größte seit Jahrzehnten, sagt der Minister und er lacht, Level eins zwei drei, Spezialisierung, Zentralisierung, klingt nach Plan, doch wer hat mitgedacht, Dass der Bus in Sachsen-Anhalt zweimal täglich fährt und der Patient kein Auto hat, Wenn das nächste Krankenhaus sechzig Kilometer weit ist, dann ist die Reform ein schlecht gedecktes Blatt. [Verse 3] Die Pflegeheime, neunhundert Euro Eigenanteil im Monat, das ist der Durchschnitt der zu zahlen bleibt, In manchen Bundesländern zweitausendfünfhundert, und die Rente die man kriegt reicht nicht, zerreibt, Die Kinder müssen zahlen wenn die Eltern nicht können, Elternunterhalt ab hunderttausend Jahresbrutto, Und wer nicht zahlen kann für den zahlt die Sozialhilfe, ein Kreislauf der nie endet, Tutto. Und die ausländischen Pflegekräfte, von den Philippinen, aus Vietnam, sie kommen weil wir rufen, Warten Monate auf Visa, auf Anerkennung ihrer Abschlüsse, kämpfen sich durch Bürokratie-Stufen, Und wenn sie endlich da sind zahlt man ihnen weniger als den deutschen Kolleginnen nebenan, Das ist die Willkommenskultur der Pflege, komm und rette uns, aber nicht zum gleichen Plan. [Chorus] Pflegeland Deutschland, zweihunderttausend fehlen und die die da sind brechen zusammen, Zweitausendsechshundert netto für das Recht auf Doppelschichten, Tränen und die Flammen, Die Krankenhäuser schließen und die Alten sterben länger weil der Weg zum Arzt zu weit, Das Land das Autobahnen baut hat keine Kraft für die die pflegen, heilen, geben ihre Zeit. [Outro] Zweihunderttausend Pflegekräfte fehlen. Tendenz steigend. Achtzig Krankenhäuser geschlossen. Seit zweitausendzwanzig. Ländlicher Raum zürst. Zweitausendsechshundert netto. Für Wechselschichten. Wochenende. Nachtdienst. Neunhundert Euro Eigenanteil im Pflegeheim. Pro Monat. Rente reicht nicht. Ausbildungsabbrecher: dreißig Prozent. Wer kann es ihnen verdenken. Die Pflege hält dieses Land zusammen. Und dieses Land lässt die Pflege fallen. Und die Bundeswehr? Hundert Milliarden Sondervermögen. Achtzehn Puma getestet, achtzehn defekt. Munition für zwei Tage. Kasernen mit Schimmel. Zeitenwende. Nur ein Wort.