Bio ist die Biographie
Battlerap,Frauenstimme,Pop Refrain,
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Lyrics
[Dark Techno Intro – tiefer Drone, dumpfer Herzschlag-Bass]
Ich wollte Snack.
Happy Meal, bisschen Spaß.
[Beat setzt ein – minimal, Kick + HiHat]
Mach die Bio-Apfeltüte auf —
und steh mental direkt im Erdgeschoss vom Hospizpalast.
[Break – kurzer Stopp, nur Vocal]
Erster Biss.
[Drop 1 – trockener Techno-Groove]
Bruder…
Das war kein Apfel.
Das war Testament in kleinen Scheiben.
Ich wollt Vitamine,
bekam Nachlassverwaltung zwischen zwei Plastikstreifen.
[Layered Voice im Hintergrund, geflüstert]
Erbschein… Erbschein…
Dieser Geschmack?
Kennst du dieses Haus von ’nem Rentner,
wo der Flur nach Linoleum riecht,
leicht feucht, leicht Geschichte,
leicht „Fenster kippen bringt auch nichts“?
GENAU das.
Ich beiß rein
und schmecke Gardinen von 1903,
nie gewaschen, nur durchlüftet,
wenn der letzte Besucher ging.
Das war nicht „Bio“.
Das war Biografie mit Fußnoten.
[Pop-Refrain – heller Synth, ironisch fröhlich]
Bio-Apfeltüte, tralala,
alles frisch und wunderbar.
Knackig, süß und voller Schwung —
fühl mich plötzlich hundertjung!
Bio-Apfeltüte, yay hurra,
Happy Meal ist super da.
Spielzeug, Spaß und Sonnenschein —
warum schmeckt das hier nach Beileidsschein?
[Build Up – Kick steigert sich, Snare Roll]
Zweiter Biss.
[Drop 2 – härter, mehr Bass]
Ich schwör, ich hab kurz
Ursula nicken sehen.
Irmgard flüstert:
„Kind, den kenn ich noch von früher — den hab ich mal angebaut im Stehen.“
Hildegard hätte den ohne Zähne zermahlen,
nur mit Zunge, Gaumen, bisschen Nostalgie.
Der war so weich,
selbst das Gebiss sagt: „Ach komm, ich mach Pause, das geht auch ohne mich.“
Bruder, der Apfel war so alt,
der hat Mozart „Moin“ gesagt,
und George Washington Bush gefragt,
ob er noch mit Gold bezahlt.
Nicht D-Mark alt.
Nicht Euro alt.
Der lag schon rum,
als man Rezepte noch in Sütterlin schrieb.
Ich hatte kurz das Gefühl,
der Apfel erzählt mir ’ne Kriegsgeschichte
und fragt dann nebenbei:
„Hast du dein Testament schon unterschrieben, Liebes?“
Happy Meal soll glücklich machen?
Das war „letztes Mal“ in Snackform.
Ich öffne die Tüte
und bekomme meine eigene Grabrede vorm Warm.
[Refrain – noch größer, mehr Layer]
Bio-Apfeltüte, super fresh,
alles Bio, alles best!
Fruchtig, saftig, mega fein —
warum riecht das hier nach Pflegeheim?
Bio-Apfeltüte, oh wie toll,
Vitamine, richtig voll!
Happy Meal und gute Laune —
warum hör ich Kirchenglocken raunen?
[Break – nur Bassdrone + Hall auf Stimme]
Dritter Biss.
[Final Drop – maximaler Bass, aggressive Kick]
Ich sag’s wie’s ist:
Ich hab mich kurz selbst auf die Warteliste gesetzt.
Nicht wegen Drama —
wegen Aroma.
Der Apfel hat geschmeckt
wie Palliativstation bei Abendlicht.
Linoleum, abgestandene Heizungsluft,
Vorhang filtert letztes Sonnenlicht.
Ich hab nicht gekaut —
ich hab Abschied verarbeitet.
Das war kein Snack.
Das war Beerdigung in Häppchenform.
Bio-Apfeltüte?
Bruder.
Das war kein Obst.
Das war Archivmaterial.
Der hatte mehr Geschichte
als mein kompletter Stammbaum.
Wenn ich einmal Oma lutschen will,
geh ich nicht zu McDonald’s, okay?
Ich wollte Pommes.
Ich bekam Tod und Verderben mit Fruchtanteil.
Das war kein Bio-Apfel.
Das war Testament in Scheiben.
Und ich schwöre dir —
der Geschmack hatte Erbschein.
[Outro – Hall, leiser Kinderlachen-Sample, dann Cut]