TRACK 24 – DIE SICH SCHÄMEN

TRACK 24 – DIE SICH SCHÄMEN

Rap,Emotional,Warm,Soulful,Storytelling,Piano,male,Female Chorus/Hook,Gospel Choirs,Slow

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Lyrics

[Intro] Dieser Track ist nicht gegen Migration. Dieser Track ist für Hasan. Für Fatima. Für den Dönermann der um sechs Uhr morgens öffnet. Für die Krankenschwester die seit zwanzig Jahren Deutsche rettet. Für die Gastarbeiterfamilie die in den Sechzigern kam und Deutschland mitaufgebaut hat. Sie schämen sich. Nicht für sich selbst. Sondern für die, die ihren Namen beschmutzen. Und für ein Land das nicht mehr unterscheidet zwischen denen die geben und denen die nehmen. [Verse 1] Hasan, einundfünfzig, kam als Kind mit seinem Vater, neunzehndreiundachtzig, Gastarbeiter aus Ankara, Der Vater bei Ford am Band, die Mutter putzt im Krankenhaus, kein Wort Deutsch am Anfang, doch sie waren da, Hasan lernt den Beruf, wird Meister, öffnet seinen Betrieb, fünf Leute eingestellt und Steuern gezahlt, Seit dreißig Jahren, jeden Morgen, und er liebt dieses Land das ihn geformt hat und gemalt. Doch wenn er abends Nachrichten schaut und sein Name in der Kriminalstatistik steht, Nicht seiner, aber einer der so klingt wie seiner, spürt er wie ein Stück von ihm vergeht, Er schämt sich für die die kommen und nicht arbeiten, die nehmen ohne je zu geben, Er schämt sich weil er weiß dass jeder Vorfall seinen dreißig Jahren Arbeit stiehlt das Leben. [Verse 2] Fatima, Notärztin, spricht Deutsch, Arabisch, Französisch und Englisch, vier Sprachen fließend, Studiert in Frankfurt, beste ihres Jahrgangs, und die Patienten manchmal trotzdem schließend, Fragen ob sie denn auch richtig Deutsch kann und ob es nicht einen deutschen Arzt hier gibt, Sie lächelt, näht die Wunde zu und schluckt den Stolz den dieses Land ihr nie vergib. Die Gastarbeitergeneration, Millionen kamen in den Sechzigern und Siebzigern als man sie rief, Bauten Autobahnen, Brücken, Fabriken, arbeiteten in Bergwerken und Stahl so tief, Niemand hat ihnen Bürgergeld gezahlt, niemand hat sie willkommen geheißen mit Applaus, Sie kamen, arbeiteten und blieben, und ihre Enkel sind die Ärzte, Lehrer, Polizisten in diesem Haus. [Verse 3] Der Dönermann der um sechs Uhr öffnet und um Mitternacht schließt, sieben Tage die Woche, nie ein Wort der Klage, Der seine Kinder auf die Uni schickt damit sie es besser haben, jeden Euro spart und trägt die Plage, Er hört die Parolen rechts und links und fühlt sich fremd im Land das er seit dreißig Jahren Heimat nennt, Weil die Politik nicht unterscheidet zwischen dem der gibt und dem der nimmt, kein Komma das sie trennt. Doppelter Verrat, verraten von den Landsleuten die Schande bringen über einen Namen, Und verraten von der Politik die alle in einen Topf wirft, Integration ohne Rahmen, Hasan zahlt Steuern und der Ausreisepflichtige kriegt Bürgergeld, das ist die Schieflage die sie spüren, Nicht weil sie gegen Hilfe sind, sondern weil Gerechtigkeit die Basis ist die alle brauchen, nicht nur Türen. [Chorus] Für die die sich schämen, nicht für sich, sondern für die die ihren Namen tragen und beschmutzen, Für Hasan der seit dreißig Jahren gibt und trotzdem kämpft als wär er fremd und müsste putzen, Für Fatima die Leben rettet und gefragt wird ob sie Deutsch kann, nach dem zwanzigsten Jahr, Ihr seid Deutschland. Mehr als mancher der nur deutsch spricht und noch nie was gab, das ist wahr. [Outro] Dieser Track ist ein Versprechen. An Hasan. An Fatima. An den Dönermann. An die Gastarbeiterfamilien. Ihr seid nicht das Problem. Ihr seid die Lösung die keiner sieht. Ihr habt dieses Land mitaufgebaut. Mit euren Händen. Mit eurem Schweiß. Und ihr verdient mehr als Generalverdacht und Statistiken die euch nicht meinen. Ihr seid Deutsche. Ob es manche hören wollen oder nicht. Und die die euch pflegen wenn ihr alt seid? Die fehlen auch. Zweihunderttausend. Achtzig Kliniken geschlossen. Pflegeland.