TRACK 01 – DAS ERBE

TRACK 01 – DAS ERBE

Rap,Emotional,Melancholic,Storytelling,Piano,male,Female Chorus/Hook,Gospel Choirs,Slow

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Lyrics

[Intro] Deutschland. Neunzehnhundertfünfundvierzig. Mein Opa stand in den Trümmern einer Stadt die es nicht mehr gab. Er hat sich nicht hingesetzt und geweint. Er hat Steine geschleppt. Stein für Stein. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Wirtschaftswunder nannten sie es später. Für ihn war es einfach nur Pflicht. Und heute? Heute liegt sein Erbe wieder in Trümmern. Nur diesmal waren es keine Bomben. Diesmal war es die eigene Regierung. [Verse 1] Mein Opa schleppte Trümmer, trug die Asche auf dem Rücken, Baute Straßen, Schulen, Brücken, wollte Zukunft für die Enkel pflücken, Hunderttausend Tonnen Schutt geräumt mit Händen die schon blutend waren, Damit seine Kinder nie erleben müssen was er musste in den schlimmsten Jahren. Made in Germany war mehr als nur ein Stempel auf Maschinen, Es war der Stolz von Millionen die im Dreck knieten um zu dienen, Vom Ruhrgebiet bis Hamburg, von München bis Berlin, Ein Volk das aus der Asche aufstand, das war der ursprüngliche Sinn. Mein Vater zahlte Steuern, vierzig Jahre lang, kein einziger Tag gefehlt, Hat nie gefragt was kriege ich zurück, hat einfach durchgezählt, Er sagte Junge dieses Land, das gibt dir was zurück wenn du was gibst, Doch heute seh ich wie du alles gibst und trotzdem frierst und nichts mehr liebst. Er hat an diesen Staat geglaubt wie Opa an den Wiederaufbau, Hat seine Pflicht getan im Stillen, nie ein lautes Wort, kein Schau, Und wenn ich ihm erzähl was heute läuft dann schweigt er nur und nickt, Weil er versteht dass dieses Land sein Lebenswerk erstickt. [Verse 2] Fahr mal durch die Republik und sag mir ehrlich ob du es erkennst, Schulen die zerfallen wie Gebäude die man absichtlich niederbrennt, Einhundertsechzig Milliarden Investitionsstau bei den Kommunen laut KfW, Toiletten ohne Türen, Schimmel an den Wänden, Lehrkräfte am Limit, kein Klischee. Brücken unter Vollsperrung, viertausend marode in der ganzen Nation, Leverkusen, Lüdenscheid, Rahmede, jede Sperrung eine Amputation, Die Bahn, ach die Bahn, Pünktlichkeit bei sechzig Prozent auf gutem Kurs, ICE-Strecken aus den Sechzigern, kein Glasfaser, kein Plan, kein Impuls. Auf den Ämtern Faxgeräte, zweitausendeinundzwanzig, mitten in der Pandemie, Gesundheitsämter meldeten Corona-Zahlen per Fax, das ist keine Parodie, Estland hat E-Government seit fünfzehn Jahren komplett digital, Und wir streiten über Funklöcher auf dem Land, das ist fatal. [Verse 3] Dafür können wir heute nichts, die Weichen wurden früh gestellt, Helmut Kohl hat in den Neunzigern die Rentenkassen leer bestellt, Hundert Milliarden für die Einheit, Solidaritätszuschlag bis heute da, Und die Rente? Ein Schneeballsystem das nur hält solang die Jungen zahlen, klar. Schröder kam mit Agenda zweitausendzehn und einem Handschlag für die Bosse, Niedriglohn zur Norm erklärt, Zeitarbeit, Minijobs, Hartz vier, die große Gosse, Hat den Arbeitsmarkt flexibilisiert, sagt man, in Wahrheit prekarisiert, Und dann ab zu Gazprom, Rosneft, Nordstream, der Kanzler der von Putin profitiert. Und Merkel? Sechzehn Jahre Raute, sechzehn Jahre große Stille, Kein Glasfaser, kein Plan, kein Mut, nur Aussitzen als eiserne Grille, Infrastruktur vergammelt, Bundeswehr ruiniert, Digitales nie kapiert, Und am Ende schreibt sie ein Buch, null Reue, und das Volk hat alles finanziert. [Chorus] Dieses Land war mal ein Eid, war mal ein Fundament, Gebaut von Händen die noch wussten was Verantwortung erkennt, Mein Opa schuftet bis die Knochen brachen in der Nacht, Und was sie aus seinem Erbe machten hat ihm keiner beigebracht. Sie haben es verkauft, verschenkt, verramscht und weggeschickt, Und dieses Volk hat lang geschwiegen, doch jetzt hat es aufgeblickt, Stein für Stein hat er gebaut und Stein für Stein haben sie es abgerissen, Das Erbe meines Opas liegt in Trümmern, und sie wollen nichts mehr wissen. [Bridge] Und ich steh vor der Schule die mich groß gemacht hat, Risse in den Wänden, Schimmel, hinter Absperrband die Stadt, Der Spielplatz meiner Kindheit, rostig, abgesperrt, vergessen, Und ich frag mich wofür mein Opa Steine schleppte, unvermessen. [Chorus] Dieses Land war mal ein Eid, war mal ein Fundament, Gebaut von Händen die noch wussten was Verantwortung erkennt, Mein Opa schuftet bis die Knochen brachen in der Nacht, Und was sie aus seinem Erbe machten hat ihm keiner beigebracht. Sie haben es verkauft, verschenkt, verramscht und weggeschickt, Und dieses Volk hat lang geschwiegen, doch jetzt hat es aufgeblickt, Stein für Stein hat er gebaut und Stein für Stein haben sie es abgerissen, Das Erbe meines Opas liegt in Trümmern, und sie wollen nichts mehr wissen. [Outro] Das war Teil eins. Das Fundament. Was aufgebaut wurde. Und was sie daraus gemacht haben. Jetzt kommen die Architekten. Einer nach dem anderen. Der Erste: Helmut Kohl. Sechzehn Jahre Kanzler. Schwarze Kassen. Tote Treuhand. Vergessene Versprechen. Willkommen bei den Schuldigen.